Night at Shipperland
Freiburg 08
Was passiert, wenn ich mit Kathrin mehrere Tage in Freiburg
verbringe? Chaos und jede Menge Lacher auf jeden Fall. Auf dieser Reise
wurde das Tagebuch Geraldine geboren... wie es dazu kam? Lest selbst...
Fotos kommen noch
12.08.08
Liebes Reisetagebuch, (nennen wir dich mal Geraldine) wir haben dir
einiges mitzuteilen. Voll freudiger Erwartungen saßen wir im Zug,
denn wir waren überzeugt, dass sich die schlechte Wetterlage in
Freiburg zum Besseren wenden würde. Im Klartext: Während der
ganzen Zugfahrt pisste es. Dummerweise pisste es auch in Freiburg wie
wir bei unserer Ankunft entsetzt feststellten.
Nun kommen wir zu unserem aufregendem Weg zum Black Forest Hostel.
Für einen 15-minütigen Weg (bei Idealbedingungen) brauchten
wir eine knappe Stunde (Platzregen, schwere Taschen, nur ein Schirm,
schwer leserliche Straßenschilder in altdeutscher Schrift,
Desorientierung aufgrund von schuhüberschwemmender Nässe)
Apropos Desorientierung; nachdem wir unser Gepäck im Hostel in
Zimmer Nr 13 abgeladen hatten (Besitzerin war sehr verpeilt), ging die
Verwirrung richtig los. Unser Erkundungsgang der Altstadt nahm
merkwürdige Formen an. Egal welchen verschlungenen Pfad wir
einschlugen, wir stießen immer wieder auf Bob. Kurze
Erklärung: Nachdem wir immer wieder aus einer anderen Richtung auf
das stumme Reiterstandbild des Stadtgründers an einer Kreuzung im
Stadtkern stießen, stützte uns dieses zunehmend in
Verwirrung anstatt uns eine Orientierungshilfe zu sein. Doch schon bald
fühlten wir uns ihm innerlich so verbunden, dass wir seine stumme
Persönlichkeit mit dem Namen Bob würdigten. Es kann
natürlich auch damit zusammenhängen, dass wir am Vorabend
Last Samurai geschaut hatten. Statt uns also bei der Orientierung zu
helfen, verhalf er uns zu einem chaotischen und weitläufigen Bild
der Freiburger Altstadt ("Den Weg müssen wir nehmen, den kennen
wie... - Oh hier waren wir doch noch nicht"). Durchnässt und
verwirrt retteten wir uns schließlich in das Café "Aspekt"
(schönes Ambiente, Kaffee 2,70 €).
Nach kurzer Stärkung gingen wir ins Kino das wir auf Anhieb fanden
(2 min vom Bahnhof entfernt). Es lief alles Mögliche, aber wir
schauten "Die Mumie: Das Grabmal des Drachenkaisers". Besonders
erwähnenswert sind die wunder-knuffelig-schnuffeligen Yetis und
Jonathan in seiner blauen, leicht schwulen Jacke. An dieser Stelle ein
paar Worte über die Sitzreihe hinter uns: Ein Mädchen mit
augenscheinlichem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom laberte die ganze
Zeit dumm herum, was ihren Nebensitzer dazu veranlasste dies mit
Kommentaren wie "Halt's Maul" zu unterbinden. Sie hingegen forderte ihn
mehrmals auf "seine Hand da wegzunehmen". Wir wollen lieber nicht
ausführen, was die Bedeutung dieser mystisch-kryptischen
Satzfetzen ist, da wir nachts noch schlafen wollen ("Schlag auf den
Hintern")
Jetzt ist es Nacht und wir denken über den Sinn des Lebens nach.
13.08.08
Liebe Geraldine, heute ist der 13te und wir übernachten
bekanntlich im Zimmer Nr. 13. Aber halt, es ist Mittwoch, also keine
Panik liebe Geraldine. Beginnen wir mit dem zweiten Tag unserer
Abenteuerreise. Wir purzelten um 9.30 aus unseren Betten und Kathrin
verlangte quengelnd nach Kaffee. Désirée hatte keinen.
Désirée hatte nasse Schuhe. kathrin übrigens auch.
Die scheiß Dinger waren über Nacht kein Stück
getrocknet. Also mussten wir sie erstmal in mühevollster Arbeit
fönen (bis sich der Fön von selbst abschaltete -->
wahrscheinlich ein maschineller Streik aufgrund des Gestanks. Hasta la
vista, baby).
Kurz vor 11 Uhr waren sie einigermaßen trocken. Heute war der
Sonnengott aktiv, strahlend blauer Himmel erwartete uns. Wir pilgerten
zum Cafè "Aspekt", wo Kathrin ENDLICH ihren Kaffee bekam... plus
großes Frühstück. Gut gelaunt ergaben wir uns dem
Konsumrausch: Bücher, Schmuck und Ansichtskarten. Und wir bekamen
Räucherstäbchen geschenkt dank unserer hilfsbereiten Art. Zum
sehr späten Mittagessen fanden wir uns im Hostel ein, wo wir
bandnudeln Bolognese kochten.

Abends speisten wir in der Weinstube "Sichelschmiede", die einen tollen
Biergarten hatte. Auf dem Rückweg ins Hostel erlebten wir einen
Aufmarsch der örtlichen Feuerwehr. Mehrere Löschfahrzeuge
(ca. 5-7 + 1 oder 2 mehr) waren imposant geparkt, viele Feuerwehrleute
starrten in voller Montur gebannt gen Himmel. Ein einzelner schwebte
auf der Leiter über einem Haus... doch es war nicht das geringste
Anzeichen für Feuer zu sehen (wenn möglich, näheres dazu
morgen)
Im Hostel angekommen bemerkten wir: Wir sind nicht allein! Ein paar
Notizrn über unseren neuen Zimmergenossen als Lebensabsicherung im
Falle etwaiger Mordabsichten.
- im Gegensatz zu uns sehr ordentlich
- höchstwahrscheinlich männlich --> scheiß Parfümflakon mit Männeroberkörper
- näheres nicht bekannt, da Zimmer verlassen.
Nachtrag duschen:
Wir haben ein wichtiges Ereignis unseres gestrigen Tages ausgelassen:
die Duschen (Kapseln für konterminierte Personen... oder doch
Space Shuttles?) Die zylinderförmigen Metallbehälter sorgen
mit verschließbaren Türen dafür, dass dem
Duschvergnügen keine lästigen Überschwemmungen im Wege
stehen, ein Bullauge hilft gegen Platzangst und sorgt für den
nötigen Durchblick (beschlägt bei warmem Wasser aber
schnell). Seltsamerweise konnte man nicht einmal die Tür zum
Duschraum abschliessen (hallo?). Alles sehr abgefahren, aber wir leben
noch (noch...).
Nachts im Hostel: Da uns gerade langweilig ist, hier noch ein paar Details zum Film:
positiv:
- Brendan Frasers nackter Oberkörper im XXl Format (die Leinwand im Cinemaxx war gigantisch)
- Jonathan's Kommentare ("Geraldine, du bist frei, lauf")
- schwule blaue Jacke
- Yeti
- Kampfszenen
- Angelszene
- brennender Hintern
- super Kulissen
- das kotzende Yak Geraldine
negativ:
- die neue Evelyn Darstellerin Maria Bello war merkwürdig. Nicht schlecht, aber merkwürdig
- was war los mit Alex? ("Ich entschuldige mich für meine Eltern") Rotzbengel
- zu schnelle Szenenübergänge (waren die nicht grade noch woanders?
- Bösewicht nutzte seine Macht nicht vollständig aus
Ansonsten ist der Film für jeden Mumienlebhaber zu empfehlen, auch
wenn man altbewährtes serviert bekommt. Sehenswert trotz einiger
Mängel.
P.S. Wir haben die Postkarte mit den Affen endlich gefunden. Sie war
keine Halluzination. Nach mehrmaligem Ablaufen der gleichen
Straße entdekcten wir endlich die Karte wieder, die wir seit
gestern gesucht hatten, an einer völlig anderen Stelle als
erwartet ("War die nicht in Bahnhofsnähe?" -
"Raum-Zeit-Verschiebung")
14.08.08
Liebe Geraldine, Bier und Doppelkekse zusammen schmecken gut, meint
Désirée. Erzählen wir von unserem Ausflug nach
Breisach, wo wir uns nicht verlaufen haben!!! Erst einmal haben wir
verschlafen (an dieser Stelle: wir leben noch, unser geheimnisvoller
Mitbewohner war eine Schnarchnase ohne jegliche Mordabsichten. Er blieb
nur für eine Nacht) und sind erst um 10.30 Uhr aufgestanden. Auf
der Suche nach überlebenswichtigem Kaffee (jedenfalls für
einige), sind wir in einer Bäckerei gelandet (Kathrin war wieder
aufnahmefähig). Anschließend fuhren wir mit der
superbequemen S-Bahn mit ergonomisch korrekten Sitzen nach Breisach
(halbe Stunde wunderschöne Landschaft). Die Burg, die wir erwartet
hatten, entpuppte sich als weiteres Münster. Die Altstadt war sehr
klein, aber hübsch. Gegen 15.00 Uhr fuhren wir jedoch wieder
zurück (mit immer noch trockenen Schuhen). Zum sehr späten
Mittagessen kehrten wir in der Pizzeria Roma ein (zusammen mit der
Badischen Zeitung, in der wir einen Artikel zu unserem Brand
entdeckten, und der Moviestar). Nach einem sehr leckeren Mahl (Pizza!)
begaben wir uns ins Freiburger Münster, wo unser Foto den Geist
aufgab.
Zurück im Hostel gönnten wir uns eine wohlverdiente Pause und
luden alle organischen (Füße) und anorganischen (Foto,
Handy) Gerätschaften wieder auf. Verzweifelt irrten wir auf der
Suche nach einem Flaschenöffner für unser Bier im Hostel
umher bis uns ein freundlicher Mitarbeiter weiterhalf.
Gegen 22.00 Uhr begaben wir uns in die Heavy-Metal Bar "MY Way".
Kathrin trank 3 Bier, Désirée 1 Bier und 1 Bailey's. Wir
führten super Gespräche, hörten tolle Musik und spielten
"Mau Mau" mit Star Wars Karten, was einige Barbesucher faszinierte
wegen der bunten Bildchen. Und wir trafen wieder den
Gothic-Transvestiten mit schwarzem Kleid, Stachelhalsband und zwei
süßen Zöpfen (auf dem Münsterplatz und im
cafè "Aspekt" war uns dieser schräge Vogel bereits im rosa
Kleidchen begegnet). Nachdem wir die Bar um 1.30 Uhr wieder verlassen
hatten (Désirée mit T-Shirt), fielen wir gegen 2.00 Uhr
müde in unsere Betten.
15.08.08
Liebe Geraldine, höllischer Lärm, 6.30 Uhr in der Früh,
Presslufthammer neben dem Kopfkissen... was ist los? Bauarbeiten auf
dem Dach störten uns in den frühen Morgenstunden und rissen
uns aus dem Schlaf. Wir schafften es zwar immer wieder wegzudösen,
fühlten uns aber wie erschlagen beim Aufstehen. Wie vorrausgesagt
regnete es, als wir uns wieder mit schwerem Gepäck auf den Weg
machten. Kathrin traute ihren Schuhen nicht und lief in blauen
Flip-Flops durch Freiburg (Stilbruch! Anmerkung: Kathrin hasst diese
Schuhe und findet sie unbequem. Bleibt nur die Frage, warum hat sie sie
überhaupt?)
Auf dem Weg zum Bahnhof kamen wir wieder zu der Kreuzung mit den
unsichtbaren Pferden. Zunächst glaubten wir das Rätsel
endlich gelöst zu haben, jedoch klang das Fahren der Autos
über die Tramschienen nicht wie Hufgeräusche. Beim
Überqueren der Straße waren jedoch eindeutig
Hufgeräusche zu hören. Entweder die Piepanlage für
Blinde war kaputt und dies war der Nebeneffekt oder es waren Geister.
Dieses Rätsel blieb ungelöst. Wir glauben jedoch, dass die
Wahrheit irgendwo da draußen ist.
Inzwischen hatte es aufgehört zu regnen und unsere Schuhe bliben
trocken. Kathrin wechselte zu Turnschuhen. Die Rückfahrt war
unspektakulär. Wir waren beide müde und hingen in Gedanken
noch in Freiburg, wo wir ein paar sehr schöne Tage verbracht
haben. Gegen 17.00 Uhr waren wir wieder in Marbach und alles war
vorbei. Es war echt toll, Geraldine. (Der Name für das Tagebuch
wird beibehalten.)